| Interview : Vince Clarke (ERASURE) |
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Seit nunmehr 25 Jahren gibt es das dynamische Synthpop Duo Erasure und die beiden Briten haben mit ihren tollen Melodien, Texten und gut produzierten Tracks alles richtig gemacht und den Nerv der Fans getroffen. Auch beim 14. Studioalbum „Tomorrow´s World“ (hier bestellen) wimmelt es nur von Dancepop-Perlen, produziert von Frankmusic, derzeit angesagter Producer und Remixer von Lady Gaga, Pet Shop Boys u.a. Sparklingphotos sprach mit Erasure Kopf Vince Clarke.
Mh...würde ich mich trauen? Der Titel des Albums kommt von einer Fernsehsendung, in der es um Wissenschaft geht. Die Sendung lief in den 60er Jahren an und berichtete unter anderem über fliegende Autos, und das ist ja noch nicht passiert. Ich denke, die Zukunft verändert sich langsam.
Es war wirklich der Einfluss des Producers Frankmusic. Wir haben wie gewöhnlich die Songs mit Akustikgitarre und Klavier komponiert und als Frank an Bord war, dessen Sound sehr intensiv ist (unsere letzten Alben waren recht minimal gestaltet), produzierte er die Platte bis hin zum Maximum, das ist eben der typische Sound von Frank.
Es waren sehr viele Leute im Gespräch und am Ende war es die Entscheidung der Plattenfirma. Wir wussten, dass Frank ein großer Erasure Fan ist und wir haben uns seine Musik angehört und alle waren der Meinung, dass er der beste Mann für diesen Job wäre.
Wir sind eigentlich schon seit Anfang Juni auf Tour. Die Vorbereitungen waren kurz nach Weihnachten abgeschlossen. Ich benutze die Aufnahmen des Multitracks des Albums, die digitalisiert wurden und arrangiere sie im Sequenzer Logic meines Macs und so machen wir den Sound für die Konzerte.
Die alten Aufnahmen sind analog und wurden reproduziert mit meinem alten analogen Equipment. Die neue Scheibe ist eine Mischung aus analog und digital, alle Melodien sind mit meinen Analogsynthesizern eingespielt und die Drumsounds und Rhythmen sind Samples.
Wir haben uns für ein paar Wochen in New York getroffen. Andy und ich haben einen Raum gemietet, uns mit Gitarre, Piano und Kassettenrecorder hingesetzt und Melodien und Arrangements geschrieben. Weitere Songs haben wir in meinem Heimatort Maine und in London komponiert. Das Demogerüst mit Vocals, Melodie und Chord-Arrangement sind dabei entstanden.
Ich bin ein großer Fan von Soulstimmen. Es scheint immer noch ein Klischee zu sein, dass viele Leute denken, elektronische Musik sei kalt und ich finde, elektronische Musik funktioniert sehr gut mit einer souligen Stimme. Und ich glaube, dass dieser Track dies beweist.
Einige Sachen mag ich sehr gerne, besonders die Sounds und die Produktion, ich bin mir aber nicht zu 100 % sicher, ob mir die Songs gefallen. (Lacht)
Wir haben sehr viel Glück gehabt in unserer Karriere, haben eine sehr unterstützende Plattenfirma, haben die Möglichkeit um die Welt zu reisen und wir können behaupten, eine treue Fanbase unser Eigen nennen zu können. Es gab bestimmt auch Fehler, die wir am Anfang begingen, die uns aber stärker gemacht haben. Ich kann mich nicht beklagen.
Ich habe es sehr genossen, Mute Records hat mir einige Songs zur Verfügung gestellt, aus denen ich auswählen konnte.
Ich glaube, dass unsere Beziehung eine große Rolle spielt, dass wir beide am Songwriting beteiligt sind. Das ist ganz wichtig. Wenn zum Beispiel Andy mit einer Idee kommt, die ich nicht mag, oder umgekehrt, wird der Song beiseite gelegt und wir machen etwas Neues. Es herrscht kein Druck bezüglich Songideen und das hält ein Pärchen zusammen. Und wir sind wie ein altes Ehepaar. (lacht)
Das ist eine interessante Idee, es wäre schön einen Song wie „Bohemian Rhapsody“ zu machen und Andy könnte das gut meistern. Also vielleicht wird es so etwas geben, ja.
Abgesehen von der neuen Scheibe ist „Chorus“ eines meiner Lieblingsalben, weil es komplett mit analogen Synthesizern aufgenommen wurde und es einen Riesenspaß gemacht hat, die Platte zu produzieren. Und auf „Chorus“ sind die besten Songs enthalten, die wir je geschrieben haben.
Wir werden öfter von gemeinnützigen Organisationen angesprochen, ob wir helfen würden. Wir haben einige Sachen für den „Terrence Higgins Trust“ (Stiftung, die sich um Aids Prävention und Information kümmert, Anm. d. Verf.) gemacht, aber halten uns der Politik fern.
Eine gute Frage. Ich weiß, dass das Konzert mitgefilmt wurde und wie ich Daniel und Mute Records kenne, wird es veröffentlicht. Wann und wie das vonstatten geht, kann ich Dir aber leider nicht sagen.
Vielen Dank, es war nett, mit Dir zu sprechen. Bye bye.
Das Interview mit Vince Clarke führte Frank Stienen im Juli 2011.
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