Dienstag, 21. Mai 2013
Dark Storm Festival 2008 - Chemnitz, Stadthalle (25.12.2008) PDF Drucken E-Mail

Bereits zum 12. Mal fand zur Weihnachtszeit das Dark Storm Festival in Chemnitz statt. In den Vorjahren gab es teilweise noch ein Festival in Berlin. Dieses Jahr war Chemnitz jedoch exklusiver Veranstaltungsort. Ingesamt 11 Bands aus den Bereichen Dark Wave, Electro, Industrial, Rock und Metal standen auf dem Programm und sollten für ein abwechslungsreiches Line-Up sorgen. Verteilt wurden die Bands auf 2 Floors, wobei jedoch der überwiegende Teil der Bands im großen Saal spielte. Mit spezieller Eintrittskarte konnte man im großen Saal das Festival auch von den Rängen aus betrachten.

Da der Abend lang werden sollte, war der Einlass bereits um 16:15 Uhr angesetzt. Viele Leute warteten um diese Zeit schon ungeduldig in der Kälte. Die Türen gingen pünktlich auf. So hatten die Besucher noch genügend Zeit, um sich an den Merchandising-Ständen umzuschauen, Getränke zu kaufen oder Freunde zu treffen. Ein Highlight in der Vorhalle war noch die Unheilig Autogrammstunde. Wer etwas Ausdauer hatte, stellte sich hier an die lange Schlange an.

Mono Inc. [Gallery] starteten das Festival um 17:15 Uhr im großen Saal. Die Alternative-Rock-Band aus Hamburg wurde 1998 als Mono69 gegründet, später in Mono Inc. umbenannt. In den letzten Jahren hat die Band 3 Alben und zahlreiche Singles veröffentlicht. Die Band startete gleich durch und lieferte mit ihrer 30-minütigen Show einen gelungenen Auftakt für das Festival.

Kurz danach ging es weiter mit den Mittelalter-Industrial-Rockern Tanzwut [Gallery]. Musikalisch ist Tanzwut auf jeden Fall außergewöhnlich, da sie neben Gitarre und Schlagzeug auch Dudelsäcke verwenden. Hervorgegangen ist die Band ursprünglich aus Corvus Corax, wobei Tanzwut jedoch mehr elektronische Elemente in ihre Musik einfließen lässt. Tanzwut begeisterten das Publikum mit einer außergewöhnlichen audio-visuellen Performance. Zwischenzeitlich hatte sich der Saal auch angenehm gefüllt.

Kurz darauf hatten Cephalgy [Gallery] aus Dresden als erste Band im kleinen Saal ihren Auftritt. Jetzt kamen die Freunde der elektronischen Musik auf ihre Kosten. Die Band wurde 1997 gegründet und veröffentlichte 2008 das 4. Album "Herzschlag". Tanzbare Stücke dominierten ihren Auftritt. Die Keyboarder mit ihren leuchtenden Brillen lieferten eine futuristische Atmosphäre. Auch im kleinen Saal wurde somit gut begonnen.

Die deutsche Gothic-Metal Band Crematory [Gallery] kann bereits auf eine 15-jährige Bandgeschichte zurückblicken. Das aktuelle Album "Pray" erschien Anfang 2008. Der große Saal hatte sich jetzt schon deutlich gefüllt. Jetzt wurde es laut. Heftige Gitarrenklänge brachten den Saal zum beben. Das Publikum rockte mit. Es gab keinen Stillstand mehr, weder auf der Bühne, noch im Publikum.

Im kleinen Saal ging es mit der Leipziger EBM-Formation Painbastard [Gallery] weiter. Sänger Alex P. macht bereits seit 1995 Musik und kann bereits auf einige Veröffentlichungen und Liveauftritte zurückblicken. Live wird er am Keyboard unterstützt. Die in Nebel gehüllte Show lieferte dem Publikum die Gelegenheit zum Tanzen.

Mittlerweile wurde die Dark-Wave-Band Diary Of Dreams [Gallery] im Großen Saal bereits sehnsüchtig erwartet. Die Band hatte dieses Jahr eine ausgedehnte Tour und war zum Ende des Jahres noch auf einigen Festivals vertreten. Diary of Dream lieferten eine außergewöhnliche Show und begeisterten das Publikum mit ihrer außergewöhnlichen Darbietung. Highlight war wohl das Duett zwischen Sänger Adrian Hates und Keyboarder Torben Wendt.

Covenant [Gallery] sind aus der Elektro-Szene nicht mehr wegzudenken. Bereits ihr Debütalbum "Dreams Of A Cryotank" von 1994 war bereits ein Erfolg. Seitdem lieferten sie viele Club-Hits und etliche Live-Auftritte. Ihr letztes Album "Skyshaper" erschien Anfang 2006. Dennoch lieferten Covenant gleich zu Beginn einen neuen Song, der von Daniel Myer (Haujobb) geschrieben wurde. Daniel Myer unterstützt die Band seit einiger Zeit bei Liveauftritten.

Zurück im Kleinen Saal: Die Gelsenkirchener Elektro-Band Rotersand hatte seit 2003 bereits einige Clubhits. Der Stil von Rotersand [Gallery] ist vielschichtig und enthält Elemente aus Futurepop, Techno und Trance. 2006 gingen sie mit Covenant auf Tour und sind seitdem immer wieder auf verschiedenen Festivals vertreten. Rotersand lieferten eine gelungene Show und forderten das Publikum zum Mittanzen auf.

Die Außenbereiche waren mittlerweile fast leergefegt. Ein Großteil der Besucher quetschte sich nun in den Großen Saal, um die deutsche Band Unheilig [Gallery] zu sehen. Unheilig erfreuen sich in den letzten Jahren einer wachsenden Fangemeinde und haben unlängst das Album "Puppenspiel" veröffentlicht. Der Graf, sowohl Sänger, als auch Songschreiber und Produzent präsentierte eine spezielle Weihnachtsshow. Große Kerzen sorgten für das passende Ambiente. Gleich beim ersten Song zog der Graf das Publikum in seinen Bann. Das Publikum war textsicher, dies konnte man schon fast als Background-Gesang ansehen.

Highlight im Kleinen Saal war das Minimal-Electro-Projekt Absolute Body Control [Galllery] aus Belgien. Obwohl die Band um Dirk Ivens (Dive / Klinik) und Eric Van Wonterghem (Insekt / Monolith) bereits vor Jahren aufgelöst wurde, sind sie seit 2007 zusammen wieder unterwegs. Vor einigen Monaten erschien das Album "Wind[Re]Wind", auf dem sich neu aufgenommene Stücke befinden. Obwohl der Saal nur halb gefüllt war, lieferten Absolute Body Control eine fantastische Show zum Mitsingen und Mittanzen.

Den Abschluss des Dark Storm Festivals bildete die Synthie-Pop-Band And One [Gallery]. Bereits 1991 hatten sie ihren Durchbruch mit dem Clubhit "Metalhammer". Nach einigen Intros betraten zunächst die Keyboarder Gio van Oli und Chris Ruiz die Bühne. Danach betrat auch Mastermind Steve Naghavi die Bühne. Für ihn gab es keinen Stillstand mehr. Er nutzte die Größe der Bühne voll aus und brachte das Publikum noch ein letztes Mal zum Kochen. Eine geschlagene Stunde lieferten And One sowohl Songs vom aktuellen Album "Bodypop" als auch alte Hits.

Um kurz nach 1:00 Uhr ging das Festival zu Ende. Es war ein Festival mit vielen Highlights, nahezu gelungenem Ablauf und abwechslungsreichem Line-Up.

Selbstverständlich ist so ein Festival auch immer wieder ein Treffpunkt für Freunde und Bekannte. Wer wollte, konnte anschließend noch auf die Aftershow-Party gehen.


Galleryfotos gemäß Ablaufplan zur besseren Übersicht:

Headquarter:
16:15 Einlass
17:15 Mono Inc.
18:00 Tanzwut
19:00 Crematory
20:00 Diary Of Dreams
21:05 Covenant
22:15 Unheilig
23:45 And One

Second Floor:
18:45 Cephalgy
20:00 Painbastard
21:30 Rotersand
23:00 Absolute Body Control


Autor und Fotos : Thomas Bunge